B.1 Das Gute Leben für Alle? Die Zukunft feministisch und ökologisch gestalten

  • 2019-08-05, 15:00–17:30, Tent 11
  • 2019-08-06, 15:00–17:30, Tent 11
  • 2019-08-07, 15:00–17:30, Tent 11
  • 2019-08-08, 15:00–17:30, Tent 11

Globalisierter Kapitalismus und Geschlechterverhältnisse sind zwei Seiten derselben Medaille. In diesem Kurs hinterfragen wir diese zusammen und gehen der Frage nach, wie eine sozial-ökologisch gerechte Zukunft aus feministischer Perspektive aussehen kann. Nach einer kurzen theoretischen Einführung stellen wir widerständige feministisch-ökologische Kämpfe und soziale Bewegungen vor. Auf dieser Grundlage entwickeln wir dann gemeinsam Zukunftsentwürfe für eine geschlechtergerechte Gesellschaft, welche die Bedürfnisse von Mensch und Umwelt ins Zentrum stellt.


Tag 1: Beginnen wird der Kurs zunächst mit einer Einleitung zu feministischen Perspektiven und Zugängen zu Kritik an der aktuellen Wirtschaftsweise. Dabei werden wir einerseits ein wenig Input geben und andererseits auch partizipative und interaktive Methoden nutzen. Hierbei sind zentrale Fragen:
Warum betrachten wir Kapitalismus und Geschlecht zusammen?
Was sind Perspektiven feministischer Ökonomie- und Ökologiekritik auf aktuelle (Re)Produktionsweisen?
Was meinen wir mit Care/Sorge und wie hängt das alles miteinander zusammen?
Was sind die Verbindungslinien von Geschlechterverhältnissen, Kapitalismus und Ökologie/wirtschaftlicher Verwertung der natürlichen Umwelt?
Was bedeutet Degrowth? Was bedeutet sozial-ökologische Transformation? Was sind Bedingungen für Geschlechtergerechtigkeit als Teil einer sozial-ökologischen Transformation?

Tag 2: Im weiteren Verlauf werden wir widerständige soziale Bewegungen (z.B. das Netzwerk Care Revolution, feministischer- / Frauen*Streik, Landkämpfe und feministisch-ökologische Kämpfe gegen Kolonisierung, Anti-Extraktivismus-Bewegung) vorstellen. Im besonderen werden wir diese Bewegungen nach feministischen Zukunftsvisionen befragen und diskutieren.

Tag 3: Im zweiten Teil des Kurses werden wir gemeinsam feministische Visionen für eine sozial-ökologische Transformation und "das Gute Leben für alle" entwickeln und diskutieren. Dafür werden die Teilnehmenden im Rahmen einer Zukunftswerkstatt definierte Problemstellungen erarbeiten und mit praktischen Lösungsansätze versehen. Für die Werkstatt möchten wir den Fokus auf Care/Öffentliche Daseinsvorsorge als Teil von strukturellem Wandel und der Verbindung zu Ökologie und Klimagerechtigkeit legen. Die Frage, die uns dabei leitet, ist: Welche Bedingungen und Praktiken braucht es für eine sozial-ökologische und geschlechtergerechte Gesellschaft, in der die Bedürfnisse von Mensch und Umwelt im Zentrum stehen? Währenddessen werden die gesammelten Überlegungen visualisiert (oder sogar in einer Wandzeitung verbunden). Denkbar wäre es die entstandenen Plakate als Ausstellung dem Rest der Sommerschule zu präsentieren.

Tag 4: Am finalen Tag und dritten Teil des Kurses möchten wir einen Rückblick zur (eigenen) Ausgangslage zu Beginn des Kurses wagen und noch einmal zur Vernetzung untereinander anregen. Die Überlegungen werden finalisiert, zusammengetragen, und anschließend vorgestellt. Zum Abschluss wollen wir nochmal in eine Reflexion gehen und gemeinsam erarbeiten, wie es jetzt weitergehen soll. Fragen hierbei werden sein:
Wie bist du in den Kurs gestartet?
Was hat sich seit dem Kursbeginn verändert?
Was möchtest du konkret angehen? Hättest du Lust das mit anderen aus dem Kurs zu tun?
Was braucht es noch?


Prerequisites for participants – Einstieg und Erweiterung zu den Themen: Wirtschaft, Geschlechterverhältnisse, Care/Sorge, Ökologie und Degrowth. Wir verwenden Wissen aus sozialen Bewegungen und akademischen Hintergründen. Erfahrungswissen ist willkommen und ebenfalls Teil des Kurses.